Grüßt mir das alte Odertor
Grüßt mir das alte Odertor,
Mit seinem Bahnhof dicht davor
Grüßet die Schwedenschanze mir
Grüßt mir das alte Bitterbier,
Grüßt Scheitning mir und Morgenau,
Grüßt mir das Rathaus alt und grau,
Grüßt mir den Graben in der Stadt
Weil er die fett`sten Karpfen hat.

Laßt mir mein altes Odertor,
Mit seinem Bahnhof dicht davor,
Lasset die Schwedenschanze mir,
Laßt mir das alte Bitterbier,
Laßt Scheitning mir und Morgenau,
Laßt mir das Rathaus alt und grau,
Laßt mir mein liebes Schlesiertal,
Grüßt mir mein Breslau 1000 mal
.
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Kascheln

Maxel, kimmste kascheln mitte?
Mutter Schmidten,
Ach, erlauben Sie`s ock bitte,
Icvh geh mit`m

Spiegelglatte is de Boahne,
Mutter Schmidten,
Und ma fährt als wie eim Koahne,
Wie eim Schlitten.

`s is ni etwa, doaß se hulpert,
Mecht ich bitten,
Und ich halt`n wen a stulpert,
Mutter Schmidten."

Und der kleene Maxel zappelt
Vur Vergniegen,
Und sie Lät `n und a trappelt
Schunt die Stiegen

Und der gruße Kamerade
Packt´n
Packt`n flugs bei eenem Händel,
Und der Maxel, siech ock, siech ock,
Wie´s stulziert, doas kleene Männdel!

Und se juchzen und se troaben,
Und der Schnie fällt su gelinde,
Und de Schmidten sitt noch immer
Nachm Kinde.

Und der GFritze hält´n feste,
Wenn a angelt. An der Ecke
Schreit a: " Schiene Boahne, Mutter!"
-und do liggt a schunt eim Drecke!

Dora Lotti Kretschmer


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Uff derr Uder

Uff derr Uder bien iech derrheeme,
mei Koahn ies meine Welt,
Wosser, Strand und Beeme,
nischt, woas merr besser gefällt.

Meine Arbeit ies mei Stulz,
iech foahre Eisa, iech foahre Hulz,
Kohle aus oberschlesischa Gruba,
Steene aus insem Geberge druba.
Iech foahre Garschte,
iech foahre Weeße.-

Woas Tausende schoffta mit Mühe und Schweeße.
Über merr huuche die Wulka hziehn,
frisch bläst merr derr Wind ei die Hoare,
meine Reise gieht weit ei die Fremde hien,
iech foahr, iech foahre.

Wosser, Strand und Beeme,
nischt, woas merr besser gefällt,
iff der Uder bien iech derrheeme,
mei Koahn ies meine Welt.

Uder= Oder, Garschte= Gerste, Weeße = Weizen.


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Zobten von Westen
Der Zutaberg (Zobtenberg)

Ach Zutaberg! Du schiener, blooer Hübel,
Du bist urnar a Wächter uf em Turm,
Du meld’st uns iglich Guttes, iglich Übel,
Du meld’st uns Rägen, Sunneschein und Sturm.
Wie uffte ha ihch nich gelinzt aus meinem Stübel,
Nach dir gelinzt und deiner Ohnefurm:
Denn warschte bloo, do kunnt ma Rägen spieren,
Und warschte groo, do gingen ber spazieren.”


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aufgenommen von Wolfgang Leistritz 2005   
 
 

 

  Mei Gartla

A Gartla muuß ma honn verr siech
Schien eigeteelt und ohne Viech
Gutt eigezehmt und ne zu gruuß
Doss ma sich ne obrackern  muuß
Is ies zu wink a Blumrabatla
Schunn besser is a kleenes Gartla
Mit  Beemla, Sträuchern und mit Bätlan
Mit Bluma, Grienzeug und mit Heetlan
An hinda eene Summerlaube
Do koan ma ausruhn wie an Taube
Ies schien, - do hoot ma viel zu tun
Zu groaba, jata und begissa
Denn die Suloate sool ne schissa
Wenns rahnt, do gieh ich nei eis Haus
Und sah vergniecht zum Fanster naus
Do sools doch watern an au blitza
Doas koan ju bluus mem Gartla nitza
Denn Rahn muuß sein, und Sunnaschein
Do koan dann olles gutt  gedeihn
An au derr Wind dar darf ne faaln
Sust konnste tube Blieta sahn
Dos andre macha Binn an Hummeln
Die sich dann uff da Blieta  tummeln
Die summa und die fliega rimm
Vu vorne har bis hinda nimm
Und  lohn sich vu kemm Menscha schtiern
Die wulln doch kene Zeit verliern
Aus  damm wert dann, siehs eene Pracht
Dar schiene Honig draus gemacht
An frieh, wenns nooch ganz duuster ies
Do sah ich naus, wie`s Water ies
Is Fanster mach ich uuf ganz leise
Do pfefft oo schunn die erschte Meise
Die  huppt dan ei memm Gartla rimm
Und sitt sich schunn nooch Wermlan im
Die  Laubehoa ich austaffiert
mit Bluma, wie sichs doch gehiert
An uff dos Daach an Waterfoane
Mit am geschnitzta Gockelhoane
Do sah ich wu derr Wind  har kimmt
Und wie is Water sich benimmt
Doas ies dann meine klene  Welt
Die mich da hier zusomma hält.

Arthur Trauschke
 

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"Gleetzisch"

"Dodoowa been ich derhaime"
Nammt a Stecka ei de Hand,
Lott ons of de Barje steija!
Satt, wos fier a Wonderland
Onsa Aacha sich tutt zeija!

Leit's nie donda heegebrätt,

Wie a hibsch gemostert Tichla?
Oawer goar, wenn ainer hätt
Oofgebleetert's Belderbichla?
Dodoowa been ich derhaime,
Wuu zengstrem Barje stehn.
Mai Groofschoft, mei ainzije, klaine,
Du Ländla, wunderscheen!

Robert Karger
 

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Derr Graußknaicht

(von Arthur Schoke)

Eich bei a Graußknaicht vau alem Schlaag,
Eich schoff und schuffte a ganze Taag.
Eich huo kenn Sunntich is ganze Jauhr
Froet ock meen Poer, 's wirklich wauhr.
Zwee Sackvell truo eich uff eimuol weg,
A stärksten Kerle, eich schmeeß'n ei a Dreck.
Maukleißol aß eich dree Schissoln uff,
En Rinken Klaublichwurscht noch aubendruff,
Und Laderhausen, die huo eich au,
Und Taubak schnupp eich, 's ie halt asau.
Mei Vuoter seelig kunnts au nie laun,
Und eich bei ebens see eenz'ger Sauhn.


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"Tausend Worte Schlesisch"

(Von Ernst Schenke)

Jeder Mensch, woher er auch mag stammen,
Redet gern, wie ihm der Schnabel wuchs.
Doch wenn er mit "Höhern" kommt zusammen.
Wird er vornehm und besinnt sich flugs.
Denn der Dialekt paßt nicht für jeden,
sagt er sich teils ängstlich, teils mit List,
Aber wir wolln jetzt mal "Schlesisch" reden,
Wie der Schnabel uns gewachsen ist.
Assa, trinka, schloofa, stiehn und sitza
Sagt bei uns der Mensch, der sich nicht ziert.
Renna, loofa, liega, friern und schwitza,
Das wird hier von jedermann kapiert.
Essen, trinken, schlafen, stehn und sitzen
Ist auch in der Schläsing täglich Brauch;
Rennen, laufen, liegen, friern und schwitzen
muß der "Usinger" wie andre auch.
Wischt er die Nase sich, so ist's die "Noase",
Läßt er sich einen Zahn ziehn, ist's "derr Zoahn",
Schießt einen Hasen er, so ist's "derr Hoase",
Die Frau, das ist "die Froo", der Mann "derr Moan".
Uba, unda, haußa oder hinne
Bringt der Schlesier sein Dasein zu;
Kommt er nicht hinaus, so steckt er drinne,
"Trübetimplich" ist er, doch auch "fruh".
"Mucksch" ist er mitunter, "mieseldrähtig",
"Eppsch" tun kann er, wenn ihn was verdrießt,
"Freindlich" kann er sein, jedoch auch "grätig",
Wenn er hustet, "kuuzt" er, dieses "Biest".
Liebt er ein "Madel", nennt er sie "is Schatzla",
"Mei Schamster" sagt zu ihm das junge "Blutt";
Umhalst er sie und gibt er ihr "a Schmatzla",
Spricht leise sie zu ihm: "Iech bien derr gutt!"
Ist die Liebe dann soweit gediehen,
Daß 'ne Heirat draus wird, macht er "Huxt",
Möglichst wenn im Mai die "Beeme bliehen",
Und da wird getanzt, "geteebst", "gejuxt".
"Kließla" gibts von frischem "weeßnem Mahle",
"Sträselkucha", Saürkraut und "Krien"
und "derr Bräutjam" spricht zur Braut: "Na, Ahle,
Is's uff inser Huxt nich wunderschien?"
Doch später, da gibts "Surga monch Gebindla",
Do wird "is Köppla" schwer "als wie a Kerbs"
Und wenn "derr Seeger" schlägt "is letzte Stündla"
Spricht er: "Ju, ju, iech gieh jitz uff a Sterbs".


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 Die schlesische Mundart

(Carl von Holtei, 1858)

Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben
ich je versucht auch müßte untergehn
im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn -
die schlesischen Gedichte werden bleiben,
weil sie entsprossen treu aus der Natur
und heimisch sind auf heimatlicher Flur.


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Immer denk ich on derheeme

Immer denk ich on derheeme on die Schläsing lieb und traut,
bunte Wiesa, griene Bäume, wies der Herrgott hingebaut.

Uff der Kunrodstoler Seite guckts Kapella weit ins Land,
links derhinga liegt de Leite, rechts dervier  der Kullerrand.

Und dos Liebersdorf grißt rieber, Liebersdorf und's  Kiepalooch,
bis zum Uksakuppe rieber zieht dar schworze  Grubarooch,

drunda liegt eim breeta Toole Salzbrunn schmuck und  wunderschien,
und eim letzta Sunnastrohle glänzt doos "Schlessla Ferschtensteen"

majestätisch reckt durthinga inse Huchwald stulz sei Haupt,
niemand tut sei Liedla singa vu "des Waldes  Grienumlaubt".

Wurzelbarg du ala Knucha, du läßt dich beschwerlich  giehn,
doch ich denk, eim saürm Luche, muß doch bal derr Springuff bliehn.

Guldner Frieden, Rebockschenke, wie mich dos noch immer  juckt,
und ich sah a Kliema Willem, wie a ei die Diele spuckt.

Und ich  sah a Friedrich Fritze hindarm Lodatische stiehn,
an Zigarre a poor Witze, und donn konnste wieder giehn.

Alles dos, wie  weggerissa,
nee, su konns ju gor nee blein.
Lust  Euch Alle recht schien grießa,
blus nochmol derrheeme  sein.


(Waldenburger Heimatbote 1979)
 

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Die Ufabank (Ofenbank)

von Helmut Nitzsche


Oam Kachelufa ganz entlang
do stoand die aale Ufabank.
Dervor a bunter Vorhang hing.
Die Banke woar a praktisch Ding.
Die Teppe, wie die eiser'n Pfoanna,
die foanda Ploatz durt wie die Koanna.
Ma soag doas Zeug ne, doas woar kloar,
weil oalles hingerm Vorhang woar.
Doch uf dar Bank, dam woarma Platzla,
do soassa Oma und doas Katzla.
Besondersch wenn doas Waater schlecht,
woar beeda dieser Ploatz siehr recht.
Die Oma warmte sich a Ricka
und toat durt ganne Strimpe stricka.
Und dernaba ihre Koatze
bewegt' doas Wullkneul mit dar Toatze.
Die Ufabanke woar a Ding,
oan dam derheeme jeder hing.
Fier ihre Dienste soag ich danke
inserer ala Ufabanke.
Oals ich die Heimat hoab besucht,
do hoab ich au oan sie geducht.
Oals ich ei insrer Kiche stoand,
die Ufabanke nimme foand.
Die Koatze is schunt lange tut,
die Oma uf dam Karchhof ruht.
Weil sich verändert hoat die Welt,
ma die Erinn'rung gern behält.


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Die Ufabank (2. Version)

Glatzer Volkslied


Im Wenter, wenn`s oft stermt on schneit,
Wenn`s watern tut wie ne gescheit,
Wenn`s Wendsweha schmäßt bis os Fanster ron,
Doß ma oft ne naussahn kon,
On is derzu gor schrecklich kalt,
Doß ma kenn Hund naustreiba tut:
Jo, do is om schiensta of der Ufabank,
Wenn dos Pfeifla briet, do wird die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.
On setzt ma dann recht schien beisomm`,
On is Gemietlichkeit gekomm`n,
Do wird derzählt on Spaß gemacht,
Manchmal bis zu metternacht.
Der Kaffeetop stieht ei dam Rär,
On wer will, der schenkt sich halt ei,
On do setzt ma sich halt of die Ufabank,
Denn beim Kaffeetop, do werd die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.
Of der Welt, do is halt imm`r asu,
Do gahn die Leut`halt kene Ruh;
A jeder, dar will halt wos bessers sein,
On a beldt sich gor viel ein.
Do is om besta, `s Pfeifla har,
On ma lacht sich halt ens derzu;
Denn om schiensta is halt of der Ufabank,
Wenn dos Pfeifla briet, do werd die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.


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`s verkannte Huchdeitsch

  (von Josef Tatsch)

Der erschte Schultag wor gekumma.
Die Mutter hotte, ganz geruhrt,
ihr Jongla bei der Hand genumma
on zo der Schule hiegefuhrt.
Jetzt soß se ganz alleen derheeme
on machte schun `n langa Hols,
ob denn dos Honsla nee bal keeme -
a wor halt doch ihr ganzer Stolz.
Nu endlich kom har em die Ecke
on zo der Türe reimarschiert
a neia Zeeker stromm om Recke,
wie`s für en Schüller sich gehiert.
"Nee", bormt die Mutter, "nee, ihr leite,
asu lang wor mei Honsla fort!
Derzähl` ok glei, wie worsch denn heite,
wos hot der Lehrer denn gesort?"
"Jo", meente Hons, "dos ward wull plocha,
wenn ick a ok verstanda hätt`!
Du warscht a müssa salwer frocha;
met ons hot har ok  "biemisch" geredt."


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Die schlesische Mundart

Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben
ich je versucht auch müßte untergehn
im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn -
die schlesischen Gedichte werden bleiben,
weil sie entsprossen treu aus der Natur
und heimisch sind auf heimatlicher Flur.
 

Carl von Holtei (1858)
 

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Abend vor der Ernte

Laß dich an diesen späten Sommerabend
Den Hang hinauf und zu den reifen Feldern führen,
daß uns ihr altes Gold noch einmal leuchte,
der Erde Ruhm; Dank soll und Abschied ihm gebühren.

Laß uns den Duft des Kornes noch einmal Spüren
Und still die Ernte schwere Herrlichkeit besehn,
die vollen Ähren, die in keinem Hauch sich rühren –
denn morgen kann der Wind schon überdie Stoppeln gehen.

Komm, tu mit mir noch einmal, eh`s in Nebel schwand,
den letzten Gang durch herbstberührtes Abendland.

Veröffentlicht von Josef Mühlberger im schlesischen Gebirgskurier am 1.9.1972
 

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Die Ziederboahn

Ihr kinnt se sahn juhraus, juhrein
eim Ziedertoale raus und rein.
Vu Zeit zu Zeit, doas muß ma soan,
do isse schunn ganz schien gefoahrn;
jedoch mir wissa’s ganz genau,
die ihs auch monchmal siehr, siehr flau.
Die ganze Schuld, ma koan doch schlissa,
hot wull der Winter om Gewissa.
Dar hot die Ziederboahne soat
Und ufte schun zum Norrn gehoat.
Wenn’s nämlich stebert
und wenn’s schneit,
do giehts ne lange ne weit.
Ei Olbenruf, dort uba druba,
do kimmt se mühsam oageschuba.
Doas gieht asu; wie olle wisa,
bis ei de Stoadt mit Hindernissa.
Der Schnie, dar recht ei Barthelsdruf
bis zu der Feüresse nuff.
Die zwee Maschinlan tun sich schinda,
`s gieht ne noah vurnem ne noah hinda,
der Heizer flucht, die Schipper schwitza,
der Zug, der sitzt und bleibt au sitza;
der Schnie, der tutt a Weg versperrn,
war nitfoahrn weil, muß warta lern.
Wam groade ne vorm Woarta graut,
der koan ja sitza blein, bis`s taut.
Doas eene ihs bluß schien und gutt,
die Dörfler hoan no ruhig Blutt;
die loon sich ne Müh ` verdrissa,
au wenn sie schließlich loofa missa.
Ihr Leute, mit der Ziederboahn
do müßt ihr schun Verständnis hoan,
die fährt ju sust zu jeder Zeit,
doas heeßt natürlich, wenn`s schneit;
und kimmt se au`Stunde später,
ma macht ne glei a Mordsgezeter,
ma singt au ne glei Kloagelieder,
zum Summer fährt se sicher wieder;
Ich garantier`, vo Oanfang Mai,
bis weit ei a Oktober nei.
Die ihs schun gutt, de Ziederboahn,
mir brauchta bluß kenn Winter hoan.


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Doas Tieschtuch

Neulich but a Handelsmoan
Menner Froo a Tieschtuch oan.
Ich koam derzu und meente bissig:
„A Tieschtuch ihs ganz überflüssig!“
Doo soate jer ufdringlich und zäh:
„Überflüßig? Warum denn, hä?“
A schienes Tischtuch hoan doch heute,
denk ich olle bessern Leute!
Doo soate ich mit heiser Stimme:
„Mir sein keene bessern Leute nimme!
Mir braucha wirklich su en Wiesch nich!
Mir hoan ju ken Tisch!

Hans Rößler
 

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Der Nachtwächter

 A kimmt eim Durfe runder
wie sunst noch nie
Doas ies a reenes Wunder,
A kimmt zu frieh!

A kimmt mit sein`m Hunde.
Nu doo! Nu doo!
Zu frieh`n vulle Stunde.
Schuld is de Froo.

Krach hoan se bis im achte
Mitsoamm gehoat.
Doo schlich a naus ganz sachte.
A weeß sich Roat.

Zum Wächterhäusla loofa
Ar und sei Hund.
Durt kinn se ruhig schloafa
Wie moanchmal schunt.

Und wird heut nich gefiffa,
Doo schlooft ock su.
Doas hoat`r wullt begriffa:
„Där Moan braucht Ruh!“

 Hankowiak
 

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Dar biese Troom

 

Grußes Schlachtfest woar gewast;
Endlich woar derr  Obend doo.
Olle Kotza wurda groo
Und der Kolle kruuch eis Naast.
Vuulgesackt sei Bäuchla woar;
Denn a hotte gutt  gestuppt
Wellfleesch, Wellwurscht, Plimpelwurscht,
Viel getrunka und  gesuppt,
Wie`s halt ies onn sichta Taga,
Obends leit eem oll`s eim  Maga.
Kolles Maga, dar woar vuulgesackt
Und dam Kolle woar nich  wuhl.

Die Nacht woar schworz wie Pech und Room.
A Käuzla uff`m Dache rief,
Und wie derr Kolle endlich schlief,
Doo hott`a goar` n biesa Troom:
Ging derr Wind eim Uwarühre,
Kloppt woas onn die  Stubatüre,
Koama lauter; ees, zwee, drei -
Lauter fette Schweinla rei.
Woar a ganzes Uufgebiete,
Hotta lange Messer miete.
Lauter Schweinla, lauter fette,
Koama uff zwee Benn geloofa,
Koama olle
Bis  onns Bette,
Wu derr Kolle
und toat schlofa.
Finga olle oan zu  singa,
Stonnda doo und zeigta olle
Lauter blanke Masserklinga:
Kolle, Kolle, Kolle, Kolle,
Kolle, du werscht jitz geschlacht`t
Und aus dir werd Wurscht gemacht!

Jitz fing doas Erschte oan zu sprecha:
“Nuck nuck,  merr warn a bale Stecha!”
Und wie doas Erschte und hotte gered`t,
Doo  meente doas Zweete: ”A ies hibsch fett,
Doo denk iech wull, doo wärsch is  beste,
Merr machta Wurscht, und zwoar gepreßte!”
Doo meente doas Dritte:”`s ies gutt, `s ies gutt,
Surgt ock ferr Blutt!”
Jitz sproach doas  Erschte: “Woas mach merr denn aber
Mit dan Nierlan und mit dar  Laber?”
Doas Zweete sproach:”Doas macht keene Mühe,
Doas kimmt oll`s ei  die Brühe”
Und doas Dritte sproach: “Macht ock errscht kee Gelärme,
Surgt  ock ferr Därme!”
Doo finga se olle zu grunza oan:
“Därme werd a wull salber hoan!”
Und wackelta olle mit ihra Rüsseln:
“Surgt ock ferr  Schüsseln, surgt ock ferr Schüsseln.”
Und doas Erschte sproach: “Merr warn ins setza:
Masser wetza, Masser wetza!”
Und wie se und hotta die Messer geschliffa,
Doo meente doas Zweete: “Jitz zugegriffa.
Hie gibt`s errscht kee Aber und kee Wenn,
Merr nahma`n bale bei a Benn.
Ees nimmt a beim linka, ees nimmt a beim rechta.
Mier beeda haln a, ihr beeda stecht  a!”
Doo wurde dam Kolle ganz angst und bange,
A loag und wond sich wie`n Schlange,
A grief nooch derr Lompe,
A grief noch`m Tochte,
A flug aus`m Pochte.
Und wie a naberm Bette loag,
Doo wurd`a munter und  erschroak.
Nee, duchts´a, nee, kunnd`s tülscher sein,
Ma kunnde jitz schunt`n Bluttwurscht sein.
A grief sich onn die Uhrn, a grief sich onn die  Beene,
Nee Gott sei Dank, a woar noch keene.

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Derr Groabs`n ihr Häusel.

 

Is hoot schunt tagelang geschneit.
Der Schnie lait dick, dar Schnie lait weit.

Ma koan nich mieh ei olle Ecka
sugoar die Eisaboahn blieb stecka,
derr Schnieflug fährt eim Dorfe nunder,
Is doas a Wunder?

Doas kleene Haus der Groabs`-Marie,
doas steckt gur siehr eim hucha Schnie.
Ma sitt erscht keene Türe.
Die Fansterla, die viere,
die hoot derr Wind gutt eigepackt.
Doas ganze Häusla is versackt.

Zum Friehjuhr, wenn die Sunne kimmt,
bestimmt doas Durf eim Wosser schwimmt.
Poßt uf, derr Schnie werd Montsche,
na, doas gibt a Gepontsche!
Doas Wosser stieht eim ganza Urt,
dann schwimmt doas schiene Häusla furt,
ju, üm doas Häusla ies geschahn -
ihr werd`s ju sahn!

Doch wenn doas Häusla nich zerrgieht,
wenn`s uf semm Plotze feste stieht,
wenn`s nich zerrweecht und standhoaft bleit,
nee, wie sich doa die Groabs`n freit.
Doa lacht dann die Marie:
Ock furt, du bieser Schnie!

 

- - -  Oelsebach-Hannes - - -
 

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Zwei Lergen

In jedem Land, in jedem Ort

da gibt es ein bestimmtes Wort

an dem man, wenn man es nur nennt,

sofort den Eingeborenen erkennt.

In Hamburg , z.B. beim Reeperbahnbummel,

grüßt man einander mit "Hummel Hummel"

und am Rhein tönt von  jedem Eck,

der frohe Ruf," na, da biste jäck!"
In Breslau im a Gabeljerge,

da gibt's nichts anderes als" DU Lerge"!

Du Lerge,Mensch, das hat ein´Sinn,

da liegt vielleicht Musike drin.
"Arme Lerge" sagt man bei Kummer und Schmerzen

und "feezige Lerge" beim Lachen und Scherzen.

Beim Biertisch beim Kascheln, beim Schnicken, beim Tanzen,

das Lerge-Wörtel kennt keine Instanzen,

und seien die Kerle auch klein wie die Zwerge

das erste und letzte ist immer "Du Lerge".

In Genua warsch´in eim Speisehaus,

ich kumm nei, zieh mir die Jacke aus, 

dann setz ich mich an a Tisch und warte.

Der Kellner bringt mir die Speisekarte.

Ich sag italienisch:" Momento Signore,

ich möchte Spaghetti und Pomodore.
Ein Vino blanco und ein Koteletti,

ein Frikadelli und Zigaretti.

" Los Tempo, Signori, Lerge, mach schnelle!"

Aber der rührt sich nicht von der Stelle:

"Mensch" spricht er, " hier doch bloß uff mit dam italienischen Gewerge,

ich bin doch ooch aus Breslau du Lerge!

"Na, sehn`Sie, da hatten sich in fünf Sekunden

zwei echte schlesische Lergen zusammengefunden.

zur Verfügung gestellt von W. Nöbel

 

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Der Glockenguß zu Breslau

 

War einst ein Glockengießer
Zu Breslau in der Stadt,
Ein ehrenwerter Meister,
Gewandt in Rat und Tat.

Er hatte schon gegossen
Viel Glocken, gelb und weiß,
Für Kirchen und Kapellen,
Zu Gottes Lob und Preis.

Und seine Glocken klangen
So voll, so hell, so rein;
Er goß auch Lieb' und Glauben
Mit in die Form hinein.

Doch aller Glocken Krone,
Die er gegossen hat,
Das ist die Sünderglocke
Zu Breslau in der Stadt.

Im Magdalenenturme,
Da hängt das Meisterstück.
Rief schon manch starres Herze
Zu seinem Gott zurück.

Wie hat der gute Meister
So treu das Werk bedachtl
Wie hat er seine Hände
Gerührt bei Tag und Nacht!

Und als die Stunde kommen,
Daß alles fertig war,
Die Form ist eingemaürt,
Die Speise gut und gar;

Da ruft er seinen Buben
Zur Feürwacht herein:
"Ich lass' auf kurze Weile
Beim Kessel dich allein.

Will mich mit einem Trunke
Noch stärken zu dem Guß
Das gibt der zähen Speise
Erst einen vollen Fluß.

Doch hüte dich, und rühre
Den Hahn mir nimmer an,
Sonst wär' es um dein Leben,
Fürwitziger, getan!"
   11. Der Bube steht am Kessel,
Schaut in die Glut hinein:
Das wogt und wallt und wirbelt
Und will entfesselt sein,

Und zischt ihm in die Ohren
Und zuckt ihm durch den Sinn,
Und zieht an allen Fingern
Ihn nach dem Hahne hin.

Er fühlt ihn in den Händen,
Er hat ihn umgedreht;
Da wird ihm angst und bange,
Er weiß nicht, was er rät'.

Und läuft hinaus zum Meister,
Die Schuld ihm zu gestehn,
Will seine Knie umfassen,
Und ihn um Gnade flehn.

Doch wie der nur vernommen
Des Knaben erstes Wort,
Da reißt die kluge Rechte
Der jähe Zorn ihm fort.

Er stößt sein scharfes Messer
Dem Buben in die Brust,
Dann stürzt er nach dem Kessel,
Sein selber nicht bewußt.

Vielleicht, daß er noch retten,
Den Strom noch hemmen kann:
Doch sieh, der Guß ist fertig,
Es fehlt kein Tropfen dran.

Da eilt er abzuräumen,
Und sieht, und will's nicht sehn,
Ganz ohne Fleck und Makel
Die Glocke vor sich stehn.

Der Knabe liegt am Boden,
Er schaut sein Werk nicht mehr:
Ach Meister, wilder Meister,
Du stießest gar zu sehrl

Er stellt sich dem Gerichte,
Er klagt sich selber an,
Es tut den Richtern wehe
Wohl um den wackern Mann.
   21. Doch kann ihn keiner retten,
Und Blut will wieder Blut.
Er hört sein Todesurteil
Mit ungebeugtem Mut.

Und als der Tag gekommen,
Daß man ihn fährt hinaus,
Da wird ihm angeboten
Der letzte Gnadenschmaus.

"Ich dank' euch", spricht der Meister,
"Ihr Herren lieb und wert;
Doch eine andre Gnade
Mein Herz von euch begehrt:

Laßt mich nur einmal hören
Der neün Glocke Klang.
Ich hab' sie ja bereitet,
Möcht' wissen, ob's gelang

Die Bitte ward gewähret,
Sie schien den Herrn gering;
Die Glocke ward geläutet,
Als er zum Tode ging.

Der Meister hört sie klingen,
So voll, so hell, so rein!
Die Augen gehn ihm über,
Es muß vor Freude sein:

Und seine Blicke leuchten,
Als wären sie verklärt;
Er hat in ihrem Klange
Wohl mehr als Klang gehört.

Hat auch geneigt den Nacken
Zum Streich voll Zuversicht;
Und was der Tod versprochen
Das bricht das Leben nicht.

Das ist der Glocken Krone,
Die er gegossen hat,
Die Magdalenenglocke
Zu Breslau in der Stadt.

Die ward zur Sünderglocke
Seit jenem Tag geweiht;
Weiß nicht, ob's anders worden
In dieser neün Zeit.

Wilhelm Müller, 1794-1827
 

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Geburtstagsgedicht 1

 

Wenn ich heute Dir woas wünsche
Sulls ock bluß doas eene sei:
Immer a recht fruh Gemitte
Und doas Harz voll Sunneschein!

Wras ma Glücke heeßt eim Läben
Und im woas bearmt und surgt
Nimmt zu risch a bieser Winde weg -
' s ist ju olles ock geburgt-

Doderwägen winsch ich nichte
Wie Dei Harz vull Sunneschein
Und  su recht a fruh Gemnitte
Doo koan duch kee Wind nich nein --

zur Verfügung gestellt von Rüdiger Piechulla
 

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Geburtagsgedicht 2

 

Biegt ma uff am langa Wäge
Im ne neü Ecke rim
Tutt ma wull a brikel roasta
Und ma sitt sich amoal im.

Heute sist de ooch zurücke
Denkst: Ich hoa's duch weit gebrucht
Doß dar Wäg su lang wird wärden,
Hätt ich wärklich nich geducht!

Steeenich woar a ufft und hulprich
Stellweise zwoarscht ooch    schien
Gellock hä zurücke mechste
Duch beleibe nimmeh giehn?

Gieht`s ooch noch a Stückla wetter
Ges duch aber ist gewiß:
Im a Obend gieht sichs besser
Wenn ma gleich ang müde is.

Gieht hernooch dar Wag zu Ende
Wenn de sunne undergieht
Und doas   T ur zur grußa Heemte
Noahnde, uffen vier dir steht

wird St. Petrus freundlich sprecha
Gelt, du kimmst recht gerne  oan
Na kumm rei du langegeester
Wandermüder Pilgermoan

((( diese Vers kann man auch weg lassen )))

Duch bis  hurthien gieht recht staate
Nimm der och gehierig Zeit
Und  ich / wir wünsche / n    recht vu Harzen
's wäre noch a brinkel weit.

Möchta uff dar Weiterreese
Dir recht  viele Bluma bliehn
Doß de soan  mußt: Im a Obend
Gieht  sich's wärklich irschte schien!"

zur Verfügung gestellt von Rüdiger Piechulla
 

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Das Riesengebirge

 

 

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„Bergkrach“ von Paul Keller

Ei der letzta Walpurgisnacht hotta amol de schläscha Barge Krach mitsomm. Wer hotte dan Krach ongefanga ? Nattierlich kee andrer Mensch als wie der Zotabarg (Zobten, 700 m). A hotte die Schniekuppe (1600 m) ´n ale Gake (´ne alte Gans) gehissa.

"Was ?" schrie die Schniekuppe."Du Fatzke ! Was unterstiehste dich ? Bin ich nich Eure Kenigin ?"

"Nee, du bist ´n ale Gake," verhorte der Zotabarg uff sem dicka Kuppe.

"Nu, du niederträchtiger Latschel, du Faffermandla (Pfeffermännchen),
du Ziegequork du ! Ich bien doch ´n feine, gebild´te Dame."

"Jawohl ja, Sie sein ´n feine, gebildete Dame," sate der Huchwald, der sich zu banahma weeß, weil a vo a Salzburner (Salzbrunner) Kurgästa Plüh und Bildung gelernt hot.

"Hal ock du die Frasse," sate der klobige Zotabarg zum Huchwalde,
"sunst verrot ich´s erst, daß de anne Liebschoft mit der Eule hust.
Ich sah´s schun, wie Ihr Euch immer pussiert. Und der Struchbarg stieht ni weit vo Euch weg."

"Pfui, pfui," schrie der frumme Kreuzbarg bei Striegau, und durch olle die Foffabarge ei der Schläsing ging a Sturm, und se hielta ´m Zotabarge ´n Revermande. Der beleidigte Huchwald schmieß augenblicklich dam groba Karle ´n Päpel (Pack) Wulka on a Kupp, und de Eule schamte sich wie ´n ale Jumfer. Der Sturchbarg tat wie tulpe.

"Was ist denn das für ein Skandal ?" fragte das huche Rad
(´s war zu Kaisers Geburtstach werkliches geheemes huches Rad gewurn).
"Wer lärmt denn da und stört die Nachtruhe ?"

"Ach Exzellenz," sate die Schniekuppe,"´s sein nämlich wieder die
klein´ Leute im Parterre, die Spektakel machen."

"Natürlich der Pöbel," sate ´s werkliche huche Rad.
"Wo sind den unsere Polizisten, die beiden Sturmhauben ?"
Die Sturmhauba schliefa leider. ´s huche Rad grief ei seine tiefe Hosatosche, ei die gruße Schniegrube, zug an weißa Zädel raus und machte sich ´n omtliche Notiz über die schläfrige Pulizisten.

Nu war´s a bissla stille. Uff emol pläkte der Pietschaberg bei Ingerschdurf (Hügel in der Nähe des Zobtens) wie a Feürkolb. A behupte unter vielem Gewinsele, der Zotabarg hätt´ a mitt´m Fuße geschibbt.

"´s ies gar nie wohr," striet´s der Zotabarg ab, "der ole Lopps, der Pietschabarg, is wieder bepietscht.
Eene Krohe hot a immer eim Stäppel, merstenteels aber ´n ganza Heffa (Haufen)."

"Ich - ich - bien - ganz - ganz - un - un - gar - nie - be - besuffa,"
druxte der Pietschabarg, " aber - Zotabarg, du - du bist - uffte genug - benabelt."

Olle Barge ei der Schläsing lachta, und der Zotabarg krigt ´n ganz verknutschte Bust. A recht´s olla mitnandern ei ganz urnara (ordinären) Ausdrücka vür, wie uffte eim Johre, daß sie benabelt gewast wär´n.
´s war´n lausige Liternei. Wenn´s wohr is, was dar Karl sate, do sein de schläs´scha Barge ´n ganz versuffne Klicke. Und was das Schlimmste derbeine ies: die hüchsta Spitza, die sein am üfftesta eim Nabel, die klen´n Kneppe, die blein viel klorer. Aber manchmol erwischt se´s oo.
Sugar ´m frumma Kreuzbarge sate der Zotabarg nach, a hätte monchmol ´n klen´n Stäbrich (Rausch).

"Aber," so schluß a, "bei a Monnsbildern is ni asu schlimm, wen se sich och manchmol asu recht einhüll´n;
wenn sich aber a Froovulk (Fraünzimmer) ei der Wuche drei, vier, fünf, sechs, sieba Mol benabelt, dos ies ane Offaschande. Und a sittes Froovulk ies äben die Schniekuppe."

Die Schniekuppe kreeschte ver Wutt.

"Zotabarg," krächzt´se, "du bist ju a ganz gemeener, urnarer, geweeniglicher Dingrich.
Nu, du tummer Grootsch (Tölpel) du ! Wos verstiehst´n du, wie´s ei hucha und hichsta Kreesen hargieht ?
Do is asu viel Wind und eisige Kälde, doß ma sich monchmol a bisserla eisacka muß.
Muß, du Offe, hierscht es ? Aber du warst ju schun immer asu a aler Stänkerfritze, dar keene Ruh´gab und sich über olles und jedes die Frasse zerriß. Deswägen hot dich ju och ünser Herrgott aus der onständiga Sudetenreihe rausgesotzt. Weil du keene Ruhe gibst, do hot a dich obseits vo olla ganz alleene gesotzt, wie der Schulmeester anne recht biese Range allene uff eene Uxabanke (Ochsen- oder Sünderbank) setzt."
 

"Wos- wos ies denn eegentlich ?" fragt a däsig.

"Ach, alter Herr," sate die würdige Bischofskuppe bei Ziegenhals,
" es ist doch heute wieder die sündige Walpurgisnacht, da machen eben die Berge Skandal und lästern und führen gemeine Redensarten."

"Ahähähähä," dröselte der Altvater, "jajajaja! ´s war immer asu- ´s war
immer asu."

Und wie a das su leise dudelte und mit eem verschlofna Blicke nach seim
Lieblingstöchterla, ´m Heidebrünnel, niber liebäugelte, schlief a och
schunt wieder ei.

Nu zog aber der Schniebarg ei der Grofschoft lus, dar ies nämlich der
Schniekuppe ihr Stiefbruder. Seit a ´n sehr schienes Aussichtstermla uff semm Kuppe hot, spricht a huchdeutsch.

"Meine Herren," sat a, "wir lassen uns doch von dem erbärmlichen Zotenberge nich produzieren: wir werden ihn einfach aus insem Gebirgsverein nausschmeißen."

"Nu, du Glatzer Naßla (Näschen),du," schrie der Zotabarg, "wie sprichst´n du ? Plombier dich ock nich ! ´s heest ju profetieren."

"Provozieren," ächzte ´s gebildete huche Rad, "es ist entsetzlich, unter solchen Banausen zu leben."

"Ja, ja Exzellenz," seufzte die Schniekuppe, "das sag´ich auch, und Exzellenz wissen doch, ich bin eine gebildete Frau. Ich verkehre mit Breslaürn, Berlinern, Engländern und sugar Amerrekanern. Und ich bin
patriotisch. Ein König und eine Königin von Preußen sind auf mir gewäst."

"Prahl dich nich, tumme Gans," prillte der Zotaberg. "Krigst doch ken´n
Orden ! Du und Patriotisch ! Vurna biste preiß´sch und hinga biste biehmsch (Vorn bist du peußisch und hinten böhmisch.). Und die Leute san, deine Hinterseite is immer noch scheener wie deine Vorderfront."

"Gott, wie unanständig," sate der Veilchenstein (Veilchenstein, Kuppe des Riesengebirgskammes.), der beim huchen Rad immer eim Vorzimmer stieht.

"Hal´s Maul, Veilchenstein, du bist a Jude !" schrie der Zotaberg.

"Nu werd a gor noh antersemitisch," klong´s wie a Seufzer vu der Silberkuppe riber.

"Ja, und du bist och´ne Judenschickse," schantierte der Zotaberg uff de Silberkuppe.

"Judenschickse- pfui !" sate der frumme Annaberg bei Strehlitz, und nahm ´n Klusterbitter ver Entrüstung.

"Rummel ! Rummel ! Rummel ! Rummel !" quitschte der Rummelsberg bei Strählen ver Freede. A is der reene Kuckuck, a prillt immer sen´n eegna Nama.

Nu fiel´n de Walmbriger Barge (Waldenburger Berge) olle über a Zotabarg har: der Huchwald, der Sottelwald, der Schworze Barg, der Gotshibel, die Uxaköppe, und halt olle. Ur wär a ganz ormseliger Buschklepper, meenta se, ar und sei Bruder, der Geiersberg, wärn die leibhoftiga Satane, und orme Luder wär´n ´s, Blobeermichel, während sie, die reicha
Walmbriger Barge, asu viel Kohle hätta.

"Macht euch nie gruß," gurgelte der Zotabarg derzwischen, "macht euch ock ni mausig, daß ihr die Kolik im Bauche habt !"

Iber da faula Witz ging a tuller Skandal lus. Die Schniekuppe wischte sich mit em Wölkla zwanzigmol hingernander die Nase und fächelte sich dann domiete, die Uxaköppe drohta mit a Hörnern, der Wulfsberg heulte, der Fuchsberg ballte, der Schnieberg schmieß ver Bust mit Lawin´n rim, ´s huche Rad machte sich wie verrückt Notizen, die Pferdeköppe wieherta, der Veilchenstein jommerte, der Krokonosch schimpfte uff biemisch, der Annaberg tronk immerfurt Klusterbitter, der Rummelsberg prüllte wie tälsch: "Rummel, Rummel," die Eule tat, als wenn se sich halbtut schamte, der Huchwald schwur, uff a Summer werd a a Zotabarg mit Hagelkörnern tutschissa (totschießen) wie mit eener Matrilljese, der Schworze Berg sah aus wie a wütender Näger, der Sturchberg schlug mit a Fliegeln, und die hunderttausend Mühlberge ei der Schäsing (in Schlesien) klopperta ver Uffregung.

Do kam uff eemol der Liebe Herrgott ei seim himmelblooen Mantel aus seim Paradiese runder ei die liebe Schläsing und sate :

"Bst ! Seid stille ! Seid hübsch artig, meine lieba Kinderla ! Ihr seid
ju olle su hhibsche, schmucke Perschla und Madla (Burschen und Mädchen)
Ihr mißt euch ni händeln. Ich bien euch ju olla asu harzlich gutt.
Gieht jitzt hibsch schlofa (schlafen), und wenn ihr murne früh wieder uffstieht, do flecht ich jedem an lichta, guldna Kranz ei de Hoore.
Gieht schlofa, ihr Kinderla, gieht schofa !"

Und der liebe Herrgott zug jedem anne weeche, mollige Nachtmütze über die Ohren. Do worn se gut und stille, sanftmittig wie die Lammla.
Blussig der Knurrkupp vo Zotabarg kunde sich nicht asu plutze beruhigen. Wie ihm die Nachthaube schun über´s Maul wegrutschte, brummelte a drunder no leise ver sich : " De Scniekuppe ies doch ´n ale Gake !"

Aus Paul Keller, Das Königliche Seminertheater. Bergstadtverlag (Wilhelm Gottlieb Korn).
 

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Derr letzte Schlesier!

Bale geeht de Zeit zu Ende wu's no echte Schlesier goab,
inse schiene schlesche Sproache nimmt der letzte mit ins Groab.

Ach, is macht mich furchtbar traurig und ums Herze is mersch schwer,
denn ma hiert kee bissel schlesisch, keene schlesche Mundoart mehr.

Wer spricht heut no inse Sproache wenn de Aala oalle furt?
Vo da junga Leuta lernt doch keener mehr a Wort.

Keener spricht denn noch mi schlesisch. Keener will dan Schoatz erwerba.
Drum wird unse schlesche Sproache mit'm letzten Schlesier sterben!

Verfasser unbekannt, zur Verfügung gestellt von Wolfgang Leistritz

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Gedanken an die Heimat

 

Ich sitz versunken in Gedanken
In meiner Klause ganz allein
Möcht mit dem Sonnenschein, dem blanken
Recht schell in meiner Heimat sein!
Der Krieg ist aus, aus tausend Wunden
Liegt blutend noch mein Vaterland!
Ich aber denk' in allen Stunden
An Schlesien, an dem Oderstrand.
Auch ich musst's Heimatland verlassen,
Musst' fort vom alten Vaterhaus.
Ich kann es immer noch nicht fassen
Man wies uns aus der Heimat aus!
Wie oft denk' ich an Schlesiens Berge
Und an die schönen Taler all',
Dort, wo im Geisterreich der Zwerge
Sein Zepter schwingt Herr Rüberzahl.
Ich grüsse froh die grünen Wälder
Den alten Zobten blau und grau,
Der uns gedient als Wettermelder,
An Fürstberg und an Schreiberhau.

Mein Gruss gilt Görlitz' Landeskrone
Auch Grünberg mit dem gold'nen Wein,
Besonders Bunzlaus gutem Tone
Und Laubans Taschentücher fein.
In Neusalz spann man beste Zwirne,
Auch Sagans Tüche sind bekannt.
In Glogau gab's von Apfel, Birne
Der besten Most am Oderstrand.
Auch Sprottau, Lüben möcht' ich nennen
Nebst Fraustadt, dann den Schlesiersee,
Auch Steinau, Wohlau muss mann kennen,
Bad Trebnitz mit der Hedwigshöh'.
In Haynau möcht' ich wieder weilen,
In Liegnitz gar zu gerne sein,
Zur Stadt der Gurken möcht' ich eilen,
Möcht essen von den Bomben fein
Das alte Goldberg will ich grüssen
Und Jauer mit den Wursten fein;
Auch Schweidnitz mit dem Schnaps, dem süssen
Und Striegau mit dem Bruch von Stein.

Bis hierher ist es bei genealogy.rootsweb.ancestry zu finden
und nun die Ergänzung

Freiburg die bekannte Uhrenstadt
wo es außerdem auch Webereien hat.
Bekannt sind Liebichau und Fürstenstein,
wie gerne möchte ich jetzt dort sein.
Bad Salzbrunn möchte ich wiedersehen
mein Waldenburg und Landshut,
möchte in Neurode wieder stehen.
In Glatz wo schmeckt die Rose gut.
Möchte wieder einmal Kroatzbeere trinken,
und Schüttbodenkümmel als Likör.
Dem alten Schlegel möcht ich winken
wo diese Sachen kamen her.
Von Langenbielauzeugt sein Leinen
und Nickel gabs bei Frankenstein.
In Strehlen macht man aus den Steinen
die Würfel für das Pflaster klein.
Auch Münsterberg sei nicht vergessen,
Gemüse man dort konserviert
in Wartha konnt man Kuchen essen,
den man mit Honig fabriziert.
In Reichenbach gabs große Werke
in Ohlau rühmt man Gänsebrust,
in Neisse höre zu und merke
gab es Konfekt, es war ne Lust.
Auch Oppeln sah man eifrig schaffen
das gleiche war in Brieg der Fall.
Und kosel mit dem Oderhafen
ist sehr bekannt dort überall.
Jetzt muß ich Beuthen und Gleiwitz preisen
auch Hindenburg gehört dazu.
Wo man die Kohle und das Eisen
an jedem Tag schuf ohne Ruh.
Bei Ratibor begann die Grenze
bei Neustadt war es ebenso.
Ich wünscht das fernerhin erglänze
der Annaberg so stolz und froh.
Nun grüße ich in Schlesiens Kleide
die Perlen von den Bädern all
Kodowa, Reinerz, Altheide
und Bad Warmbrunn noch auf jeden Fall.
Doch weiter gehen die Gedanken,
nach Silberg und Wölgelsgrund
wo die Forellen die Silberblauen
uns schmeckten gut zu jeder Stund.
Ich denk an Schlesiens Metropole
an dich mein altes Breslau lieb,
mit deiner Oder deiner Ohle
und glaub daß es nichts schönres gibt.
Mein Breslau, Heimat meiner Lieben
dein denk ich bis zur letzten Stund.
Bis es mal heißt jetzt wird geschieden,
von diesem alten Erdenrund.
Dann will ich still von dannen gehen
doch eine Bitte schließ ich ein,
noch einmal möcht ich Schlesien sehen
und möchte dort begraben sein.

 

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolfgang E. H. Otto, Autor unbekannt

 

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Wenn de alt warst

Wenn de alt warst, kriegst de Mucka.
Ueberoall fängs oan zu zucka.
Selbst die Knucha braucha Schmiere.
Wie ne ungölte Türe
knacka se wu au sitza.
Und dar Duktar hilft mit Spritza.
Oder au mit dan Tabletten will ar dich vor Schmerzen retten.
Hiert es uf oan eener Stelle,
fängs wu andersch oan na gelle!
Ma hofft, es ward baal besser giehn.
Ne immer is doas Aaltsein schien.
Trotzdem laabt ma doch ganz gern.
Dar Himmel is so furchtbar fern.
Dar Himmel is unendlich weit.
Dort nei zu kumma hoat noch Zeit.
Biste de drin eim Himmelhaus,
kimmst de labend nirnme raus.
                   Helmut Nitzsche
 

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Sperlich

A Sperlich woar, a frecher,
dar flug uff olle Dächer,
dar flug uff olle Tärme
mit unverschamtem Lärme.

A froaß, woas a erwischte,
kemm andern gunnt a nischte;
is sullde kees nischt assa,
oll`s wulld` a salber frassa.

A froaß sich rund und dicke
und krigt a steif Genicke
und krigt a fettes Wampla,
als wie a Putterstampla.

A wurde rund und runder,
is ging schunt nischt meh nunder;
a wurde immer fetter,
doch froaß a immer wetter.

Noch sieba Tage froaß a,
om achta Tage soaß a
mit uufgebloosna Ziepsa
und kunnde nimme giepsa.

Uff eemoll hurrt merrsch kracha,
merr finga oan zu lacha.
Doo loag doas Viehch, doas dicke,
zerplotzt ei tausend Stücke.
 

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Die Geisterstunde
 
Die Aala sitza beim Lichta
und reißa de Ooga weit uuf
erzähln sich Geistergeschichta,
ihr Leute hurcht ok druuf.
Jitz is die Geisterstunde
Woas wird och jitz possiern
Eim Hofe balln die Hunde
Und sust ist nischt zu hiern.
Is kimmt a Moan ohne Kuppe
Gerieta durch Wind und Raan
Allnächtlich eim Galuppe
Der Wächter hot's o gesahn
Eim aala Schlusse do pulterts
Do steigt aus der aala Gruft
A kloppriges Tutagerippe
Der Wächter hot's oagerufft.
Zwee weiße Mannla die sitza
Om Kerchhofstore durt
Die singa Begräbnislieder
Der Wächter hot's o gehurt.
Der aale Wächter draußa
Toapert durch Wind und Raan
Verbei is die Geisterstunde
Und der Wächter hot nischt gesahn
 

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Breslauer Lergen  

In jedem Land, in jedem Ort,
da gibt es ein bestimmtes Wort,
an dem man, wenn man es nur nennt,
sofort den Einheimischen erkennt.

In Breslau, um a Gabeljerge,
da gibt's nichts anderes als : "Du Lerge".
Du Lerge, Mensch, das hat 'nen Sinn,
da liegt vielleicht Musike drin!

"Arme Lerge", sagt man bei Kummer und Schmerzen,
und "feezige Lerge" beim Lachen und Scherzen.
Beim Biertisch, beim Kascheln, beim Schnicken und Tanzen,
das Lerge-Wörtel kennt keine Instanzen,
und seien die Kerle auch klein wie die Zwerge,
das erste und letzte ist immer: Du Lerge!
 

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Das Weihnachtssterndl

Merr honn doas Beemla hübsch gemacht,
su doaß üns reen is Harza lacht,
Mer sahn doas Beemla gerne,
Lametta, guldne Sterne
und Kugeln bloo und ruut und grien -
nee, is doas Weihnachtsbeemla schien.

Mei Junge, dar poßt oaber uuf,
ar sitt su oa dam Beemla nuuf
und wiehl die Sternla fanga,
ar tät su garn ees langa.
Nu satt ock, satt! Jitzt packt ar zu!
Doas Beemla, doas floigt üm eim nu.

Die Lichtla purzeln, mein herrjee!
Su monche Kugel gieht atzwee.
Roasch kumm iech mit am Stecka.
Mei Suhn saust üm die Ecka.
Ar hält a Sternla ei derr Hand
und dodermitt werd furtgerannt.

Uf eemoal stroahlt ar eim Gesicht.
Ar troabt zerr Grußel flink und spricht:
Gib merr a Zuckerkerndl,
doa schenk iech derr doas Sterndl ! -
Is stroahlt und lacht derr kleene Moan. -
Woas suhl a Voater dazu soahn ?

Ölsebach-Hannes +
 

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Inse Mundoart

Eebs andern Leuta glei nee schmeckt,
mir bleib`n bei ins`m Dialekt.
Ei insern Uhr`n do klingt ar schien
und derf desholb nee undergiehn.

Ei Köln lud miech a Freind aus Kauder
zu enom gemittlicha Geplauder.
Dan froi`t iech "Sprichste jitze Kölsch?"
"Nee" - meent`ar pfiffig - "Kauder-welsch."

Nu soat ock salber: Tät sich`s fiega,
doas merr de Heemte wiederkriega,
und miß`t  merr glei zu Fusse pecha,
war wellde do nee schläsisch sprecha?

Iech wetzte urndlich merr de Muppe,
derzahlte bluß nooch vu derr Kuppe,
vom Huchwald, vu a Putterberga,
derr Stoadt Gruß Brassel und ihr`n Lerga.

Vu Walnbrich mit senn viela Gruba,
vu insa schläscha Pauernstuba,
vu junga Madlan, schlank wie Beeme,
quotscht iech, bis doaß merr wär`n derrheeme.

Do harrschte wieder weit und breet
de schläsische Gemittlichkeet.
Moral: War inse Mundoart iebt,
dar zeigt, doaß ar de Heemte liebt.

Von Günther Wunder
 

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Kleenes Kindla

Kleenes Kindla, gruusser Goot
Kleenes Kindla, gruusser Goot,
dar de Welt eia Handa hoot.
Leiste doo, du kleener Schotz,
's hoot doch kaum a Mausla Plotz.

Deine Potschla sein der ruut,
wie a Krabes nooch'm Suud,
liebes Kindla, schtecks ock ein,
ich will derr meine Handschka leihn.

Sein derr denn die Fißla kaald,
mechst der se derfrieren baald!
Dei weiß Leibla zittert schier,
mechst der ziehn a Pelzla fier.

Och du liebes Gooteskind,
leist beim Esel und beim Rind,
's tutt mer wull eim Herze wieh,
wenn ich bei dam Krippla stieh.

Liebes Kindla, koans gesein,
kumm bei mir eis Stiebla rein,
will der mach' an Hierschebrei,
will der riehrn vill Putter nei.

Wenn dersch aber is zu schlecht,
mach der's ock mei Herzla recht,
ruh und schloof do drinne ei,
bis mich nimmst eia Himmel nei.
 

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Maxlas Weihnachtsbrief

Is Maxla, doas schreibt jitz onns Christkind ´n Brief,
Is schreibt eemoll gleiche und eemoll schreibt´s schief.
Is koan überhaupt noch nich schreiba, is Maxla,
Hoot aber Wünsche, a ganzes Packsla.
Doo machts halt jitz Pünktla und Zeecha und Strichla,
Is Christkind werd se schunt lasa, die Sprüchla.
Zwee schiefe Kreuzla machts glei zuerrscht,
Doas heeßt: Liebes Christkindla, wenn de jitz kumma werrscht,
Doo kumm ock und breng merr enn hübscha klenn Bär,
A Peitschla, a Fahrla, a Schißgewehr.
Jitz machts lauter Pünktla die Zeile drunder,
Doas heeßt: Kumm ock bale vom Himmel runder,
Und bring merr´ n´ hübsche Posaune miet
Und a Mannla woas uff ´m Kuppe stieht.
Die Schwänzla, die´s jitz macht, bedeuta goar viel,
A Feifla, ´n Quietschmaus, a Glocklaspiel,
A Durf mit viel Hühnlan, mit Beemlan und Leuta,
Doas olls und noch meh tun die Schwänzla bedeuta.
Jitz ruht errscht is Maxla, besinnt sich a bißla,
Dernoo schreibts ganz hurtig zahn Gänsefüßla,
Die machts, doß es Christkind sul merka und wissa,
Is derf nich gespoart warn mit Äppeln und Nüssa.
Jitz moolts woas, doas sitt bale aus wie´n Sechse,
Und schunt ies es Häusla bestellt mit derr Hexe.
A Häkla noch flink onn die Sechse droan
Heeßt: Christkindla, breng´ merr ´n Faffermoan!
Dernoo aber kunmma zwee wichtige Zeecha,
Zwee Strichla, die übersch Poppier naus reecha.
O liebstes Christkind, heeßa die Strichla,
Breng´ a Tuschkastla miet und a Bilderbichla.
Zuletzte tutts mootscha nooch Herzenslust,
O Christkindla mootscht´s, breng´ ock olls woas de hust,
Und kumm´ ock recht bale und bies ock nich lange,
Heeßt dar letzte Striech, a sitt aus wie ´n Schlange.
Geschrieba woar Maxlas sei Weihnachtsbrief,
Schunt längst loag is Jingla eim Bette und schlief,
Doo koam is Christkind ganz leise geganga,
Noahm ei die Hände dan Zädel, dan langa,
Beguckt a voo hüba, beguckt a voo drüba,
Und sproach: "Dan hoot doch is Maxla geschrieba."
Und leise drohts uff sei Bettla zu:
"Du ungeneußiges Perschla du,
Wenn iech, woas hier druffe stieht, oll´s sul besurga,
Muuß iech merr ju extra ´n Schlieta burga.
Nee, Maxla, doas warn merr nich macha kinna,
Merr müssa dan andern halt oo woas ginna.
Du schreibst ju schunt siehr akkerat und siehr fein,
Is muuß aber äbenst ferr olle woas sein."
 

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Sträselkucha

Schläscher Kucha, Sträselkucha,
doas ist Kucha, sapperlot,
wie`s auf Herrgotts gruußer Arde
nernt nich su woas Gudes hoat!
Wär was noch so leckerfetzig,
eim Geschmack ooch noch su schien,
über schläscha Sträselkucha
tutt halt eemol nischt nich gihn!

Woas ihs Spritz und Äppelkucha,
Babe mit und ohne Moh?
woas sein Krappla, Pratzeln, Torte,
Strietzel, Ee- und Zwieback o?
Nischt wie latschiges Gepomper,
doas ma gerne läßt ei Ruh;
doch vom schläscha Stäselkucha
koan man assa immerzu!

Dar kennt nischt vo Margarine
und och nischt vo Sacharin;
ehrlich tutt der schläscha Kucha
ei a heeßa Ufa gihn.
Kimmt a raus eim Knusperkleede,
zieht der Duft durchs ganze Haus
und aus olla Stubentüren
gucka weit de Noasa raus-

Su a Kucha, weiß und lucker,
doas ihs wirklich anne Pracht.
Jedes Streefla zeigt Rusinka,
doß eem reen is Herze lacht.
Aus `m Sträsel quillt die Putter-
tausend wie das prächtig schmeckt,
doß man lange noch derhinger
sich vergnügt is Maule leckt!

Sräselkucha, das wirkt Wunder!
Tun die Kinder Händel hoan,
ihs verbuhst de Schwiegermutter,
reseniert der brumm`ge Moan,
dorf ich blußig hien zum Tische
recht oan grußa Kucha troan-
do is uff der Stelle Friede:
jeder muffelt woas a koan!

Wenn mich wird is Ahlder drücka,
wiel ich doch nich eemol kloan,
wenn ich bluß mit Sträselkucha
noch menn Koffee tunka koan,
doch passierts, doß ich uff Kucha
hoa kee brinkel meh Optit,
lä ich sacht mich uff de Seite:
" Lieber Herrgoot, niem mich miet"

Schläscher Kucha, Sträselkucha,
doas ihs Kucha, sapperlot,
wies uff Herrgoots grußer Arde
nernt nich su woas Gudes hoot
Wär was noch so leckerfetzig,
eim Geschmaak ooch noch su schien,
über schläschen Sträselkucha
tutt halt eemol nischt nich gihn!

                   Herrmann Bauch

 

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Publikationsstand dieser Seite:15/09/09

 

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